Richtig lüften - so schaffen Sie ein angenehmes Raumklima bis ins Dachgeschoss

Lesedauer 7 Min.
Zwei Mädchen im gemütlichen Kinderzimmer mit geöffnetem Dachfenster | VELUX Magazin
60 Prozent aller Europäer lüften nicht häufig genug. Dabei ist es für angenehme und gesunde Raumluft unerlässlich: Mit dem richtigen Lüften sorgen Sie nicht nur für angenehme Raumtemperaturen zu jeder Jahreszeit, sondern wirken auch ungesunden Bestandteilen der Luft, Schimmelbildung und hohen Heizkosten effektiv entgegen. Schon das Beachten einiger weniger Tipps spart so Geld und Nerven.
Alle Tipps zum richtigen Lüften auf einen Blick:
  • Grundsätzlich sollten Sie mehrmals täglich gründlich querlüften.
  • Stosslüften reduziert die Dauer des Lüftens.
  • Querlüftung beschleunigt den Luftaustausch.
  • Lüften Sie, wenn die Aussenluft kühler ist als die Raumtemperatur.
  • Vermeiden Sie die Kippstellung des Fensters.
  • Schalten Sie die Heizung während des Lüftens aus.

Wie lange sollten Sie lüften?

Frische Luft ist für ein gesundes Raumklima unglaublich wichtig: Achten Sie daher darauf, Ihre gesamte Wohnung regelmässig zu lüften. Das heisst, Sie sollten in der Regel durch Öffnen aller Dach- und Fassadenfenster mehrmals täglich querlüften. Experten empfehlen sogar alle 2 Stunden einen kompletten Luftaustausch. Die optimalen Lüftungszeiten hängen selbstverständlich von den Jahreszeiten ab: Im Winter sollten Sie mehrmals täglich 5 bis 10 Minuten lüften, im Sommer können Sie die Fenster problemlos bis zu 30 Minuten öffnen. Zudem ist die Häufigkeit auch von der Art des Raumes sowie der Häufigkeit des Nutzens abgängig.

Im Sommer wie im Winter ist das sogenannte Querlüften sinnvoll. Hierbei öffnen Sie möglichst viele Fenster und Türen in der Wohnung – möglichst auf gegenüberliegenden Seiten des Gebäudes, sodass ein Durchzug entsteht, der die Luftzirkulation beschleunigt.

Zudem gilt, dass das mehrmalige Stosslüften effektiver als die dauerhafte Kippstellung des Fensters ist. Öffnen Sie dazu Ihre Fenster für eine Dauer von 5 bis 10 Minuten komplett, sodass ausreichend Luft ausgetauscht werden kann.

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Lüften im Winter

Ein weit verbreitetes Lüftungsverhalten ist, das Fenster bei Abwesenheit oder über Nacht mehrere Stunden gekippt geöffnet zu lassen. Besonders in der kalten Jahreszeit sorgt Dauerlüften zwar für den wichtigen Luftwechsel im Zimmer, verursacht jedoch einen erheblichen Anstieg Ihrer Heizkosten. Richtig Lüften im Winter bedeutet also, die Fenster nur für einen Zeitraum von 5 bis 10 Minuten weit geöffnet zu lassen – das sogenannte Stosslüften. Ein Wärmeverlust kann natürlich nicht gänzlich vermieden werden, aber Boden und Wände kühlen nicht aus und es wird schnell wieder kuschelig warm. Achten Sie im Winter immer auf das richtige Verhältnis zwischen heizen und lüften.

Lüften im Sommer

Auch richtig Lüften im Sommer will gelernt sein. Denn auch bei warmen Sommertemperaturen ist die Kippstellung des Fensters meist nicht ausreichend. Hier ist es am sinnvollsten die Fenster so weit wie möglich zu öffnen, sobald die Aussenluft kühler als die Raumtemperatur ist. Im Sommer können Sie Ihre Fenster aber auch guten Gewissens bis zu 30 Minuten geöffnet lassen. Auch im Dachgeschoss trägt das richtige Lüften dazu bei, zu viel Hitze zu vermeiden. Um einer Überhitzung Ihrer Wohnräume entgegenzuwirken, sollten Sie aber nicht nur auf die Lüftung achten, sondern auch den passenden Hitzeschutz für Ihr Dachfenster verwenden.

Durch regelmässiges Stosslüften kann die Feuchtigkeit optimal entweichen und Schimmelbildung vermieden werden.

Wann sollten Sie lüften?

Die idealen Zeitpunkte zum Lüften sind vor allem morgens nach dem Aufstehen und abends, bevor Sie zu Bett gehen. Selbstverständlich lohnt es sich auch, zwischendurch die Fenster zu öffnen, um den Raum mit frischer Luft zu füllen – insbesondere, wenn Sie sich öfter und länger in dem Zimmer aufhalten.

Um ein heisses Raumklima im Sommer zu vermeiden, sollten Sie nicht während der besonders heissen Mittagszeit lüften, denn wenn die Aussenluft wärmer ist als die Raumtemperatur macht es selbstverständlich wenig Sinn Ihre Wohnung zu lüften. Auch im Winter empfiehlt es sich morgens und abends gründlich zu lüften. So lassen Sie die verbrauchte Luft von der Nacht raus und können bei Frischluft in den erholsamen Schlaf finden. Des Weiteren sollten Sie regelmässig nach dem Kochen oder dem Duschen den Raum richtig durchlüften, um feuchte Luft raus zu lassen.

Den Lüftungsbedarf den Wohnräumen anpassen

Zusätzlich zu den unterschiedlichen Anforderungen über das Jahr hinweg sollten Sie sich unbedingt die Frage stellen: Wie lüfte ich welchen Raum richtig? Auch in dieser Hinsicht ergeben sich unterschiedliche Ansprüche.

Badezimmer und Küche lüften

Als Grundregel gilt, dass nach einer akuten Feuchtigkeitsbildung, wie sie vor allem in der Küche und im Badezimmer entsteht, das sofortige Stosslüften am sinnvollsten ist. So kann die Feuchtigkeit optimal entweichen und Sie vermeiden eine unliebsame Schimmelbildung. Insbesondere nach dem Duschen oder Baden sollten Sie Ihr Badezimmer richtig lüften. Wichtig dabei ist, dass die Türen geschlossen sind, damit die Feuchtigkeit nicht in andere Räume abzieht.

Ebenso sollten Räume, in denen Sie sich weniger aufhalten, regelmässig gelüftet werden. Wenn kein Fenster vorhanden ist, kann auch schon eine geöffnete Tür für etwas Luftaustausch sorgen. Doch wie funktioniert eine effektive Lüftung im Bad ohne Fenster? Denn gerade dort sammelt sich viel Feuchtigkeit an. Hier empfiehlt es sich eine extra Lüftungsanlage einzubauen.
Erfahren Sie hier, wie Sie Schimmel am Dachfenster vorbeugen!Schimmel am Dachfenster

Schlafzimmer lüften

Auch in Ihrem Schlafzimmer kann es nachts zu einer erhöhten Luftfeuchtigkeit kommen. Denn während Sie schlafen, geben Sie über Ihren Atem Feuchtigkeit in den Raum ab. Daher sollten Sie auch das Schlafzimmer richtig lüften – und dies hängt wiederum von der Jahreszeit ab. In warmen Sommernächten können Sie problemlos das Fenster geöffnet lassen, das bringt den grössten Luftwechsel. Bei kühleren Aussentemperaturen empfehlen wir Ihnen eine intensive Stosslüftung vor und nach dem Schlafen.

Dauerhafte Luftzirkulation mit Lüftungssystemen

Haben Sie eine Wohnung im Dachgeschoss oder hat Ihr Obergeschoss im Haus Dachschrägen, können Sie auf ausgeklügelte Lüftungssysteme über Ihre Dachfenster setzen. Lüftungssysteme für das Dachgeschoss sind eine intelligente und bequeme Lösung für ein gutes Raumklima. Sie sorgen, unabhängig vom Wetter für eine durchgängige Luftzirkulation und damit für ein energiesparendes Lüften im Dachgeschoss ohne Wärmeverlust im Winter.

Sie lassen sich auch mit einem Abluftsystem kombinieren. Für feuchte Räume, wie einem Badezimmer, gibt es Lösungen, die sich der Luftfeuchtigkeit im Raum anpassen. Oder überlassen Sie das Lüften einem Smart Home-System in Kombination mit einer automatischen Fensterlüftung oder elektrischen Dachfenstern und optimieren Sie so das Raumklima.




Fünf Schritte zu einem gesunden Zuhause

Mit einem Smart Home inklusive smarter Fenster ermöglichen Sie sich ein gesünderes Raumklima. Hierzu zählen insbesondere frische Luft, optimale Innentemperaturen, ausreichend Tageslicht, eine ausgewogene Luftfeuchtigkeit sowie verbesserte Schlafbedingungen.

  • Schritt 1 - Für gute Schlafbedingungen sorgen:
    Lüften Sie Ihr Schlafzimmer vor dem Schlafengehen.
  • Schritt 2 - Für angenehme Temperaturen sorgen:
    Finden Sie eine für Sie ausgewogene Balance zwischen Energiekosten und angenehmen Temperaturen.
  • Schritt 3 - Viel frische Luft ins Zuhause lassen:
    Lüften Sie Ihr Zuhause mehrfach täglich quer.
  • Schritt 4 - Ausreichend Tageslicht reinlassen:
    Geben Sie dem Tageslicht Vorzug vor ausschliesslich künstlichen Lichtquellen.
  •  Schritt 5 - Hohe Luftfeuchtigkeit vermeiden:
    Vermeiden Sie eine zu hohe Luftfeuchtigkeit durch regelmässiges Lüften und eine ausgewogene Temperaturregulierung.

Individuelle Lüftungskonzepte

In Neubauten oder auch nach Modernisierungsmassnahmen können durch verschiedene Materialien, wie Klebstoffe, Bauschaum oder Bodenbeläge, Ausdünstungen entstehen, die für den Menschen giftig sind. In diesen Fällen ist ein passendes Lüftungskonzept besonders wichtig. Sprechen Sie Ihren Bauplaner oder Ihren Dachhandwerker gezielt darauf an.

Wenn Sie Ihre Wäsche im Trocknungsraum aufhängen, besteht hier sicher eine erhöhte Luftfeuchtigkeit. In diesem Fall kann der Erwerb eines Hygrometers von Vorteil sein. Das Hygrometer misst, wie viel Wasser in der Luft gelöst ist und gibt so Aufschluss darüber, wann und wie lange Sie lüften müssen.

In Wohnräumen, die aus baulichen oder auch anderen Gründen besonders anfällig für eine schlechte Luftqualität sind, empfiehlt sich zudem die Nutzung eines sogenannten VOC-Sensors. Dieser Sensor zeigt an, ob die Luftqualität gut, noch gerade ausreichend oder schlecht ist. Er fungiert dabei als Hygrometer, misst aber gleichzeitig auch die Konzentration anderer flüchtiger organischer Verbindungen, wie zum Beispiel Klebstoff, in der Luft.

Querlüftung im Haus über gegenüberliegende Türen und Fenster fördert den Luftaustausch.

Weitere Massnahmen für eine optimale Luftqualität

Lüften mit Ventilator, luftreinigende Pflanzen – es gibt einige weitere Regeln und Tricks, die Sie für den Erhalt eines guten Raumklimas unbedingt beachten sollten. Hierzu gehört zum Beispiel:

  • Lüften mit einem Ventilator unterstützen: Um heisse Zimmer angenehmer zu machen, greifen viele auf einen Ventilator zurück. Er sorgt für einen zarten Windzug im Raum und so fühlt es sich oftmals etwas kühler an.
  • Lüften bei Regenwetter: Auch das Lüften bei Regen trägt dazu bei, dass die Luftfeuchtigkeit nach draussen entweichen kann. Hierbei sollte Sie jedoch das Fenster für einige Minuten ganz öffnen und eine Kippstellung vermeiden.
  • Das Aufstellen von Zimmerpflanzen. Aber Vorsicht: Pflanzen im Zimmer können zwar die Luftqualität verbessern, zu viele Pflanzen in einem Raum können jedoch einen gegenteiligen Effekt mit sich bringen. Daher sollten Sie darauf achten, Ihre Fensterbänke nur in Massen zu begrünen.
  • Wäsche draussen trocknen: Ihre Wäsche sollten Sie nicht in Ihren Wohnräumen trocknen. Durch die entstehende Feuchtigkeit entsteht schnell gesundheitsschädlicher Schimmel.

Die Heizung während des Lüftens ausschalten: So können Sie langfristig eine starke Reduzierung Ihrer Heizkosten erzielen, ohne dass die Luftqualität in Ihren Wohnräumen darunter leidet.



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FAQ - Häufig gestellte Fragen zum Thema richtig lüften

Wie lüfte ich richtig, um Schimmel zu vermeiden?

Um Schimmelbildung zu vermeiden, ist es wichtig, die Raumnutzung, Raumfeuchte sowie Geruchsbelastung in Betracht zu ziehen. In Küche und Badezimmer z. B. bildet sich in kurzer Zeit viel Feuchtigkeit, sodass unmittelbares und intensives Lüften am sinnvollsten ist. Achten Sie beim Lüften auf geschlossene Türen, damit die Feuchtigkeit nicht in andere Räume zieht.

Warum sollte man Fenster nicht kippen?

Dauerhaft gekippte Fenster sorgen dafür, dass viel Wärme verloren geht und das umliegende Mauerwerk stark auskühlt. Auch die Heizkosten können dadurch erheblich ansteigen. Mehrmaliges Stosslüften ist effektiver als die dauerhafte Kippstellung des Fensters.

Wie lange sollte man am Tag lüften?

Im Winter empfiehlt es sich, mehrfach pro Tag für 5 bis 10 Minuten stosszulüften. Wände und Boden kühlen dadurch nicht aus und es bleibt angenehm warm. Im Sommer können Sie Ihre Fenster bis zu 30 Minuten geöffnet lassen.

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